Hoch hinaus fürs Geocaching – Interview mit dem GCTransAlps-Team

 

Drei mutige Geocacher machen sich vom 8. bis 16. Juni auf zu einem besonderen Abenteuer. Geplant ist die Überquerung der Alpen zu Fuß – einem Weg folgend, der mit Geocaches gesäumt ist.

Eine Zusammenfassung des folgenden Interviews kannst Du hier lesen.

Das Team “GCTransAlps” alias Alexander Monsky (Berufsgeocacher), Tim Krüger (psycho_vm) und Benjamin Gorentschitz (MudMen_GER) hat sich zu einem Gespräch mit uns zur Verfügung gestellt.

Geocaching HQ: Wer ist alles mit dabei?
GCTransAlps: Das Team der „GCTransAlps“-Tour besteht aus Alexander Monsky (Berufsgeocacher), Tim Krüger (psycho_vm) und Benjamin Gorentschitz (MudMen_GER). Da Alex und Tim aus der Nähe von Hamburg stammen und Benny aus dem Ruhrgebiet kommt, musste für die Planung der Alpenüberquerung auf alternative Wege, wie z.B. WhatsApp, zurückgegriffen werden um die räumliche Entfernung von ca. 350km zu überwinden.

Geocaching HQ: Wie lange seid Ihr schon Geocacher?
GCTransAlps: Zusammen können wir eine Geocaching-Erfahrung von 14 Jahren aufweisen. Tim fand 2011 seinen ersten Geocache und Benny wurde 2012 mit dem Geocaching-Virus infiziert. Alex ist der Methusalem-Geocacher in unserer kleinen Abenteuertruppe, denn bereits seit 2008 spielt er mit milliardenteurer Satelitentechnik um Plastikdosen im Wald zu finden.

Geocaching HQ: Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, die Alpen zu überqueren?
GCTransAlps: Alles begann 2014 auf der Rückreise vom Mega-Event „Big Äpple“ in Frankfurt. Alex und Tim blätterten im Zug zurück nach Hamburg ein Outdoor-Magazin durch und wurden auf einen Artikel aufmerksam, welcher sich mit dem Thema „E5 – Der Wanderweg über die Alpen“ beschäftigte. Die in dem Artikel gezeigten Natur- und Landschaftsfotos waren so überzeugend, dass die beiden den Entschluss fassten, 2015 selbst die Alpen überqueren zu wollen. Da der besagte Wanderweg E5 mittlerweile von vielen Touristen überlaufen wird, musste eine aufregendere Komponente her und so wurde nach einer alternativen, abenteuerlicheren Überquerungsmöglichkeit gesucht. Im gut sortierten Buchhandel wurden die beiden schließlich fündig und fort an beschäftigten sich die beiden mit Themen wie „Seilschaften“ und „Gletscherüberquerungen“. Als Geocacher war den beiden natürlich klar, dass bei der Überquerung auch Geocaches gesucht werden müssen.

Die fertige Routenplanung von Oberstdorf nach Meran sieht unter anderem eine Besteigung des Similaun (3.599m) und der Wildspitze (3.768m) vor. Auf der Wegstrecke von knapp 140km, welche wir in 7 Etappen aufgeteilt haben, dient uns der bekannte Wanderweg E5 lediglich als Notfallroute. Als Alex und Tim so langsam bewusst wurde, was für Risiken auf sie zukommen würden und es deutlich sicherer wäre wenn eine dritte Person die Tour begleiten würde, stieß Ende 2014 noch Benny zum „GCTransAlps“-Team hinzu.

Geocaching HQ: Warum wollt Ihr das machen?
GCTransAlps: Wie beim Geocaching auch, ist es die Abenteuerlust die uns antreibt. Aus dem Alltag ausbrechen und das Abenteuer suchen ist unserer Meinung nach ein Faktor, warum Millionen von Geocachern täglich in die Welt hinausziehen, um nach Geocaches zu suchen. Sei es ein adrenalinreicher Klettercache, die fesselnde Story eines Multis oder ein nervenaufreibender Mystery – Am Ende ist es immer das Abenteuer was alle von uns antreibt.

Ein weiterer Punkt ist die unglaublich schöne und beeindruckende Landschaft der Alpen. Geocaching hat uns über die Jahre gezeigt, dass man immer wieder an Orte geführt wird, welche man ohne Geocache nie zu Gesicht bekommen hätte. Und so ist es auch bei unserer Alpenüberquerung. Wer uns vor 10 Jahren gesagt hätte, dass wir einen Berggipfel besteigen werden, um einen Tradi auf 3.678m zu loggen, den hätten wir höchstwahrscheinlich für verrückt erklärt.

Geocaching HQ: Was reizt Euch am Geocaching in den Alpen?
GCTransAlps: Der Reiz geht erst mal davon aus, dass die Tour mit einigen Risiken behaftet ist und man nicht mal eben einen Geocache an einer Baumwurzel findet. Bevor wir auf unserer Alpenüberquerung an das Loggen denken können, müssen wir zunächst als Team funktionieren und uns gegenseitig vertrauen. Aufgrund der Gefahren, wie z.B. Steinschlag oder Spalten, müssen wir uns gegenseitig stets im Auge behalten und uns gegenseitig auch sichern können. Ganz ohne Vorbereitung kann man solch ein Abenteuer natürlich nicht angehen. Als Vorbereitung auf die Tour haben wir einen Kletter- und Sicherungskurs absolviert und eine Teamfindungstour in einen alten Stollen unternommen. Das klingt zwar komisch mit dem Stollen, aber die meterhohen Gesteinsbrocken am Boden glichen ungefähr den Verhältnissen, welche uns auch in den Alpen erwarten werden.

Einen Geocache in den Alpen zu finden wird nicht die größte Schwierigkeit werden. Es ist eher der Weg dorthin. Neben den körperlichen Anstrengungen, müssen wir auch immer das unbeständige Wetter in den Alpen bedenken. Nebel oder gar Gewitter stellen eine Gefahr dar. Sich in einen Klettersteig zu begeben, wenn ein Gewitter aufzieht, ist keine gute Idee. Das Metall des Klettersteig würde bei einem Einschlag wie ein Blitzableiter funktionieren. Eine Erfahrung die wir nicht wirklich erleben möchten.

Wenn wir dann aber während unserer Etappen einen Geocache in unseren Händen halten, dann wird unsere Freude riesengroß sein. Beim Loggen können wir die unglaublich schöne Natur der Alpen bestaunen und genau darum geht es ja beim Geocaching: Raus in die Natur. Dort gibt es so viel zu entdecken.

Geocaching HQ: Welche Geocaches plant Ihr auf der Strecke einzusammeln?
GCTransAlps: Auf unserer Wegstrecke von Oberstdorf nach Meran liegen ungefähr 35 Geocaches, wobei wir hier vor Ort entscheiden müssen, welche Geocaches wir tatsächlich suchen und finden können. Es kommt halt auf die örtlichen Gegebenheiten und die aktuelle Wetterlage an. Wir haben aber bereits ein paar Highlights an Geocaches auf unserer ToDo-Liste stehen, die wir unbedingt loggen möchten, denn sie werden uns u.a. zu unvergessliche Naturerlebnisse führen.

Zu Beginn unserer Alpenüberquerung müssen wir zum Beispiel eine 200m lange Seilhängebrücke überqueren, an welcher 2012 ein Geocache (GC3KMZY) versteckt wurde. Das Spannende an dieser Seilhängebrücke wird der Blick in die Tiefe sein. Zwischen unseren Füßen und dem sicheren Boden werden ca. 105 Meter liegen. Im weiteren Verlauf unserer Überquerung werden wir auf der Similaun Hütte in 3.019m den herrlichen Ausblick genießen und dabei den Tradi GCY5Y7 suchen und hoffentlich auch finden. Ein ganz besonderes Geocache- Highlight wird die Gipfelbesteigung der Wildspitze werden. In 3.768m möchten wir unbedingt den 2007 versteckten Geocache „9 Summits“ (GC12VH6) loggen. Auch hier werden wir einen einzigartigen Blick über die Alpen genießen dürfen. Mit ein wenig Glück holen wir uns vielleicht noch den FTF bei GC5DPY4, welcher seit September 2014 auf seinen ersten Log wartet. Drückt uns die Daumen.

Da beim Geocaching ein wichtiger Punkt immer das Gemeinschaftsgefühl ist, werden wir auch zwei Events auf unserer Tour veranstalten. Einen Tag bevor wir mit der Überquerung der Alpen beginnen, werden wir den Abend in Oberstdorf zusammen mit vielen netten Geocachern ausklinken lassen (GC5T4TT). Auf der Wildspitze in 3.768m Höhe haben wir ebenfalls ein Event geplant (GC5T8DN). Wer möchte kann hier auch gemeinsam mit uns den Gipfel der Wildspitze besteigen. Wir hätten gerne noch ein Event in Meran veranstaltet, aber da wir nicht vorhersagen können, an welchem Tag wir in Italien einlaufen werden, mussten wir darauf leider verzichten.

Geocaching HQ: Was packt Ihr ein, was darf im Rucksack nicht fehlen?
GCTransAlps: Auch wenn es bei einer Alpenüberquerung auf jedes Gramm im Rucksack ankommt, können wir jetzt schon sagen, dass unsere Rucksäcke bis ans Limit gefüllt sein werden.

Zunächst müssen wir für nahezu jede Wetterlage die passende Kleidung im Gepäck haben, denn bis auf die Abende in den Berghütten, werden wir uns während der gesamten Tour unter freien Himmel bewegen. Sicherheitsrelevante Gegenstände wie Steigeisen, Eispickel, Seil und Helm werden an der Außenseite des Rucksacks befestigt. Da wir alle drei mit Actionkameras ausgestattet sein werden, muss das benötigte Zubehör wie Akkus, Powerbanks und Speicherkarten auch noch irgendwo untergebracht werden. Selbstverständlich müssen wir im Notfall auch die Bergrettung verständigen können und so werden wir auch noch unsere Smartphones in die Rucksäcke verstauen müssen. Als Energielieferant für Unterwegs werden wir auch den ein oder anderen Energieriegel im Gepäck haben.

Was natürlich auf keinen Fall fehlen darf ist ein frisch aktivierter Trackable für unsere „GCTransAlps“-Tour. Wenn wir nach unserer Alpenüberquerung in Erinnerungen schwelgen möchten, dann schauen wir uns einfach die Reiseroute unserer Travel Bugs® auf Geocaching.com an.

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